Allgemein · Baby & Schwangerschaft · Food

Über „Morgenübelkeit“ und Überlebenshelfer im 1. Trisemester*

Ich war ja unglaublich gut vorbereitet auf das was das 1. Trisemester so unglaublich ätzend machen kann. Google war leergesaugt, Bücher weiß gelesen und Freundinnen ausgepresst wie Zitronen.

Ist ja an sich ganz einfach, ich übergebe mich morgens beim Aufstehen und gut is.

Jaaaa…..wie ich schon in meinem letzten Blogbeitrag  „Schwangerschaftsanzeichen: Vorstellung vs. Realität“ geschrieben hatte, ist jede Frau und jede Schwangerschaft absolut individuell. Und spätestens jetzt lernen wir zwei Dinge:

1. Keine Schwangerschaft ist kontrollierbar und 2. Aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus, wir müssen da irgendwie durch auch wenn sich die heißersehnte Schwangerschaft gerade wie ein Spaziergang in der Hölle anfühlt.

Müssen wir übrigens auch nicht gut finden.

Mein Ticket zu Hölle löste ich pünktlich zum Wochenwechsel in die SSW 6 ein. Morgens auf der Couch mit meinem Käffchen. Der letzte seitdem. Da war sie. „Meine“ Morgenübelkeit. Kennt ihr das, wenn sich der Speichel im Mund ansammelt kurz bevor ihr euch übergeben müsst? Exakt dieser Zustand hielt bei mir bis zum Ende der 13. SSW an. 24 Stunden am Tag. Soviel zum Thema „Morgenübelkeit“. Haha.

Im Laufe der Zeit gesellte sich noch eine Geruchsempfindlichkeit dazu, die dazu führte, dass ich die Welt nur noch ertragen konnte, wenn es geregnet hatte und ich zufällig im Wald stand. Stand ich eher selten. Ich lag auf der Couch und wartete darauf mich zu übergeben oder zu sterben,  was beides glücklicherweise nie passierte.

Zwischenzeitlich wurde die Couch das neue Schlafzimmer meines Mannes, da der Geruch seines Duschgels die blanke Hölle für mich war und mal ehrlich, meine Blähungen aufgrund einer monatelangen Verstopfung waren auch für ihn nicht schön.

Es gab genau 5 Dinge, die mir geholfen haben.

Seabands  – Akupressurbänder

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Sea Bands, Akupressurbänder

OMG! Ein Hoch auf die Chinesische Medizin! Diese beiden hässlichen schwarzen Bänder waren über Wochen – bis auf Krümelchens Ultraschallfotos- das schönste was ich sah. Man macht sie sich um beide Handgelenke und setzt den Akupressurknopf auf den sogenannten „Nei Kuan-Punkt“ der sich zwischen den Sehnen und ca. 3 fingerbreit unter der Handbeuge befindet (wie heißt denn das richtig? Verfluchte Schwangerschaftsdemenz! Neulich musste ich eine Freundin anrufen, weil mir das Wort „Souvenir“ nicht einfiel…). Nach ca. 30 Minuten war ich nicht mehr in der Hölle sondern nur noch in der Vorhölle. Auch nicht unbedingt the place to be, mir war immer noch übel aber dieser permanente Brechreiz war so gut wie weg. Und ich entdeckte, das zweite was mir half:

Essen

Jup. Klingt unlogisch aber Essen hilft. Nach dem Essen hatte ich ca. 10 Minuten in denen es mir besser ging. War himmlisch und für mich die Lücke am Tag um Kraft zu schöpfen. Einziges Problem: Ich fand Essen ekelig.

Mir hat es geholfen Essen zu visualisieren, das heißt ich bin gedanklich alle möglichen Geschmacksrichtungen durchgegangen und hab mich so dem genähert, was für mich erträglich war.

Ich bin ja eigentlich ne Süße aber in den ersten Monaten bekam ich kein Stück Schokolade runter, dafür Pommes, Broiler, Sauerkraut und Essigchips. In rauen Mengen. Und da gingen sie dahin meine Pläne von wegen „ich werde mich in der Schwangerschaft noch bewusster und gesünder ernähren damit es unserem Kind an keinem Nährstoff mangelt“.

Schnarch.

Es war der blanke Kampf Obst und Gemüse in mich reinzupressen. Es kam wie es kommen musste, ich saß mit meinem Mann heulend bei meiner Ärztin und brabbelte irgendwas von „ich mache alles falsch“. Meine Ärztin, eine toughe, erfahrene ältere Dame guckte mich an und meinte, dass es jetzt komplett egal ist, was ich esse und wenn ich mich den ganzen Tag mit Pizza und Schokolade vollstopfe, hauptsache ich übergebe mich nicht und nehme kein Gramm ab. (Gewichtsmässig war ich zu Beginn der Schwangerschaft eher im unteren Bereich, dafür hatte ich nach den ersten 12 Wochen fast drei Kilo mehr drauf. Ich nahm die Anweisung meiner Ärztin sehr ernst. ;D)

Gerüche

Beim Spazierengehen passierte es „Schatz, ich brauche eine Zitrone! SOFORT!“

(An dieser Stelle ein kleiner Hinweis an alle werdenden Väter und solche die es noch vorhaben: Wenn eure Frau in der Schwangerschaft Wörter wie sofort, jetzt oder schnell in den Mund nimmt, habt ihr KEIN Zeitfenster. Unterbrecht die Herzop, legt das Handy weg, hört auf zu Duschen, Schlafen, Essen, Atmen, es ist ernst und erfordert sofortiges Handeln. Sonst macht es eure Frau selbst und im Zweifel fängt sie nachts an das Schlafzimmer umzuräumen weil es JETZT sein muss. Schwangere Frauen sind ab einem gewissen Punkt nicht mehr zurechnungsfähig.)

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Zitronen, aufgeschnitten

Ich weiß nicht mehr was der Auslöser war ich wusste nur, dass mir der Geruch einer frisch aufgeschnittenen Zitrone hilft. Und so war es auch. Natürlich kein Wundermittel aber mein neues Gefühl konnte man mit einem Wort beschreiben das schon wochenlang auf mich nicht mehr zutraf: belebt.

 

 

 

 

B-6 Vitamine

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Nausema, B6 Vitamine

Ehrlich, ich glaube fast, dass hier der gute alte Placebo-Effekt gewirkt hat. Grundsätzlich ist zwar belegt, dass B-Vitamine gegen Übelkeit helfen sollen. Ich weiß jedoch wirklich nicht, ob Nausema mir auch geholfen hat, da ich parallel mit ihnen auch mit den Sea – Bands anfing. Und auf Experimente à la „ich lass das Eine mal weg und gucke was passiert“ wollte ich mich wirklich nicht einlassen. Und irgendwie ist das auch egal, Gedankenkraft ist eh eine der stärksten Kräfte die wir haben, was mich mit dieser grandiosen Überleitung 😀 zu Nummer 6 bringt:

 

„Je schlechter es der Mama geht umso besser geht es dem Baby.“

Dieser Spruch ist so alt und auch, wenn mittlerweile klar ist, dass keine Mama Angst haben muss, wenn sie von Schwangerschaftsübelkeit etc. verschont bleibt, (freut euch einfach) ihrem Baby wird es trotzdem gut gehen, hat er mir am meisten Kraft gegeben. Immer wenn ich dachte, ich halte das nicht mehr aus, diese blanke Hölle, habe ich mich an diesem Satz festhalten können.

Und dann passierte es, an einem Freitagabend auf der Couch guckten mein Mann und ich uns an und stellten fest, dass es a) 21 Uhr durch ist und ich noch nicht leicht erhoben (wegen Übelkeit) auf dem Rücken (wegen Brustschmerzen) mit Decke zur Seite (wegen Blähungen. Zu viele Informationen? Das ist die Natur, Baby“) im Bett liege sondern b) ihn anlächeln kann. Meine Übelkeit war so gut wie weg. Es dauerte dann noch eine Woche bis mein Geschmack sich besserte doch zu Beginn des 2. Trisemesters, um die 14. SSW wusste ich, dass mein Blähbauch so langsam ein Babybauch wird und dass es stimmt, man vergisst die Qualen und nimmt nur noch die schönen Momente wahr ❤

Ihr Lieben, wie war das bei euch? Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Tips, die euch geholfen haben, hier einfach mit kommentiert. Das gilt auch für die Nichtschwangeren!

Alles Liebe

Eure Nita

 

*der guten Ordnung halber: bei dieser Kennzeichnungspflicht sieht ja kein Mensch mehr durch, damit aber keiner Pipi in die Augen bekommt: Dieser Beitrag enthält Werbung für Produkte die ich selbst gekauft habe: Zitronen, Sea Bands und Nausema und Essen im Allgemeinen. Küsschen.

 

Ein Kommentar zu „Über „Morgenübelkeit“ und Überlebenshelfer im 1. Trisemester*

  1. Uuuh 8 Wochen Übelkeit ist hart 😱 Ich wäre wahnsinnig geworden 🙈

    Ich hatte in der ersten Schwangerschaft für ein paar Tage mit Übelkeit zu tun und konnte nichts essen. Bei allem wurde mir schlecht, bis auf TUC und das sogar in Sorten, bei denen mir jetzt übel wird 🙈 Aber hey, es hat geholfen 😁 Was ich ganz schlimm hatte war diese Geruchsempfindlichkeit. Ich musste an einem sonnigen Wintersamstag das Schlafzimmer umräumen, weil ich mir sicher war, dass irgendwo eine Katze erbrochen hat. Hat sie aber nicht 🙈 Und auch jetzt treibt mich dieser Geruch den man hier und dort beim Einkaufen, auf der Straße oder besonders schön auch auf öffentlichen Toiletten anfängt in den Wahnsinn 🙈

    Liebste Grüße
    Frau Kröhnchen

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